Positionen
Wohnen heißt Wählen
Wohnen ist etwas ausgesprochen Individuelles, das gleichzeitig mit universellen Bedürfnissen verbunden ist. Wir alle brauchen Sicherheit, Geborgenheit und Orientierung. Diese Qualitäten lassen aus einer Wohnung ein Zuhause werden. Trotz dieser Gemeinsamkeiten ist jede Wohnung einzigartig. Welche Umgebung wir wählen und wie wir sie gestalten, spiegelt unsere Persönlichkeit wider.
Als Architekten verstehen wir es als zentrale Aufgabe, allen Menschen diese Wahl zu ermöglichen. Unsere Häuser vermitteln zwischen den Lebenswelten von Jungen und Alten, von Gesunden und Kranken und von Menschen mit und ohne Behinderung.
Wir sind davon überzeugt, dass Architektur, die der Unterschiedlichkeit von Menschen gerecht wird, Benachteiligungen ausgleicht und Ausgrenzung vermeiden kann. An diesem integrativen Ansatz orientieren wir uns in allen unseren Projekten.
Universal Design - Strategie für Integration
Im Universal Design gestaltete Objekte zeichnen sich durch eine einfache, intuitive und flexible Handhabung aus. So kann der Haltegriff neben der Wanne auch als Handtuchhalter dienen, die Bank im Eingangsbereich wird wahlweise zur Ablagefläche oder zur Sitzgelegenheit. Diese Form der Gestaltung bietet eine diskrete Hilfestellung, die nicht stigmatisiert.
Das ganzheitliche Gestaltungsprinzip kommt allen Nutzern eines Hauses zu Gute. Besonders profitieren Menschen mit Einschränkungen der Beweglichkeit, der Sinne und der kognitiven Fähigkeiten. Universal Design schafft keine spezielle Lösung für wenige, sondern mehr Komfort für alle.
Pflegewohnen
Die Architektur soll den Bewohnern einer Pflegeeinrichtung Komfort und Sicherheit bieten. Eine durchdachte Gestaltung kann die mit dem Alter verbundenen Einschränkungen ausgleichen. Unterstützende Elemente sollten unauffällig und ansprechend gestaltet sein. Ganz gleich ob es sich um einen Handlauf oder ein barrierefreies Bad handelt - niemand möchte ständig an seine Einschränkungen erinnert werden.
Anspruchsvolles Design und Material tragen wesentlich zum Wohlbefinden von Bewohnern und Mitarbeitern bei. Jenseits einer funktionsgerechten Gestaltung geht es um Wohnlichkeit und Lebensqualität.
Demenz - Wohnen mit allen Sinnen
Wir wissen nicht genau, wie sich ein Mensch mit Demenz fühlt, wir können es nur erahnen. Sicher ist: Demenz geht mit dem Verlust intellektueller Fähigkeiten einher. Die Außenwelt wird nur noch eingeschränkt wahrgenommen. Schließlich reduziert sie sich auf das unmittelbare Erleben von Sinneseindrücken.
Architektur muss dieser veränderten Wahrnehmung Rechnung tragen. Räume, die übersichtlich, hell und kontrastreich gestaltet sind, erleichtern den Bewohnern die intuitive Orientierung. Klare Raumstrukturen vermitteln Sicherheit und Geborgenheit. Deutliche Kontraste zwischen Farben und Materialien setzen optische und haptische Reize.
Gewohnheiten und Rituale spielen eine große Rolle im Alltag dementer Menschen. Sie geben Halt und strukturieren den Tag. Rituale vollziehen sich alltäglich oder festlich, privat oder öffentlich, als Handlung eines Einzelnen oder einer Gruppe. Unsere Bauten geben Ritualen Raum.
Gesundheit Fördern
Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit ist körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden. Neben Veranlagungen und Lebensweise spielen Umwelteinflüsse bei der Vermeidung und Heilung von Krankheiten eine entscheidende Rolle.
Das Gesundheitssystem unterliegt einem tief greifenden Wandel. Die demographische Entwicklung, knappe Ressourcen und der medizinische Fortschritt zwingen zum Umdenken und führen zu verstärkter Kooperation und Wettbewerb der Anbieter. Gefragt sind wandlungsfähige Gesundheitsbauten, die integrierte Versorgungsformen und Behandlungsprozesse ermöglichen.
Im Mittelpunkt jedes Gesundheitsangebots steht der Patient. Seine Rolle wandelt sich zunehmend: Gut informiert vergleicht er Angebote und fragt gezielt Leistungen nach. Er wählt eine Praxis oder Klinik nach vielfältigen Kriterien aus. Neben der medizinischen Kompetenz spielen das Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität einer Einrichtung eine immer größere Rolle. Gute Gestaltung stellt für Betreiber einen Mehrwert dar und wird zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Architektur entsteht im Dialog
Wir kooperieren mit renommierten Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Gemeinsam mit Gerontologen, Soziologen und Medizinern entwickeln wir zukunftsweisende Konzepte. Nach diesem interprofessionellen Prinzip arbeiten wir seit der Gründung des Büros im Jahr 1973
Durch unsere langjährige Erfahrung können wir auf ein starkes Netzwerk von Kooperationspartnern aus der Wohnungs- und Sozialwirtschaft, der Industrie und der Finanzbranche zurückgreifen. Hierin liegt eines der großen Potentiale für eine mögliche Zusammenarbeit.






